Grünes Heupferd

Grünes Heupferd (Tettigonia viridissima), Weibchen
Grünes Heupferd (Tettigonia viridissima), Weibchen

Das Grüne Heupferd (Tettigonia viridissima), auch Großes Heupferd oder Großes Grünes Heupferd genannt, ist eine der größten in Mitteleuropa vorkommenden Langfühlerschrecken aus der Familie der Laubheuschrecken (Tettigoniidae). Die Art gehört zu den häufigsten Laubheuschrecken Mitteleuropas.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Systematik

Merkmale

Die Tiere haben eine Körperlänge von 28 bis 36 Millimetern (Männchen) bzw. 32 bis 42 Millimetern (Weibchen) und sind damit deutlich größer als die nah verwandte und im gleichen Verbreitungsgebiet vorkommende Zwitscherschrecke (Tettigonia cantans). Die Legeröhre (Ovipositor) der Weibchen erreicht eine Länge von weiteren 23 bis 32 Millimetern. Die meisten Grünen Heupferde sind einfarbig grün. Seltener findet man komplett gelbliche Exemplare, oder solche, bei denen nur die Beine gelb sind. Die ebenso grün gefärbten Larven, aber auch die Imagines haben auf dem Rücken eine feine braune Längslinie. Der Ovipositor ist ab dem fünften Larvenstadium erkennbar, die Flügel sind bei beiden Geschlechtern erst ab dem sechsten Stadium ansatzweise ausgebildet. Voll entwickelt sind sie sehr lang und reichen beim Weibchen bis über die Spitze des Ovipositors. Das männliche Stridulationsorgan ist meistens bräunlich gemustert. Eine weitere ähnliche Art ist das Östliche Heupferd (Tettigonia caudata). Es unterscheidet sich vom Tettigonia viridissima vor allem durch die schwarz umrandeten Dornen auf den Schenkeln (Femora) der Hinterbeine.

 

 

 

Video Grünes Heupferd

 

 

 

Vorkommen

Die Art ist paläarktisch verbreitet und kommt in Europa und Asien von der Atlantik- bis zur Pazifikküste vor. Im Norden erstreckt sich die Verbreitung bis in den Süden Englands, Norwegens, Schwedens und Finnlands, im Süden ist der gesamte Mittelmeerraum besiedelt. Man findet die Tiere im Alpenraum meist unterhalb von 500 Metern Seehöhe, an günstigen Orten aber auch bis 1500 Meter. Weiter oberhalb wird sie von der Zwitscherschrecke abgelöst.

 

Besiedelt werden beispielsweise neben Trockenrasen, Brachen und sonnigen Weg- und Waldrändern auch Gärten und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Als Kulturfolger findet man sie aber auch im menschlichen Siedlungsgebiet bis in die Zentren der Großstädte. Intensiv genutzte Felder und Wiesen werden bestenfalls bei hochwüchsiger Vegetation als Singwarten verwendet und ansonsten nicht besiedelt. Bevorzugt werden Habitate, die warm, trocken und windgeschützt sind und eine mindestens 30 cm hohe Vegetation aufweisen, kühle Lebensräume werden gemieden. Die Larven findet man in der Krautschicht, die Adulten zunächst auch dort, später im Jahr aber bevorzugt auf Sträuchern und Bäumen.

 

 

 

Lebensweise

Das Grüne Heupferd ernährt sich sowohl während seiner Entwicklung als auch als adultes Tier hauptsächlich räuberisch von verschiedenen Insekten und deren Larven und auch von schwachen und verletzten Artgenossen. Darüber hinaus fressen sie an einer Vielzahl verschiedener Pflanzen, wobei weiche, krautige Pflanzen bevorzugt werden. Die Tiere können mit ihren voll entwickelten Flügeln hervorragend fliegen.

 

 

 

Fortpflanzung

Der Gesang besteht aus einem lauten, merklich unterbrochenen Schwirren, bei dem immer zwei Töne zu einem Doppelton zusammengefasst werden. Er ist etwa 50 m, maximal 100 Meter weit hörbar. Männchen sind vom Nachmittag bis etwa 2 Uhr früh aktiv, wobei der Gesang unterhalb von 12 bis 16° C eingestellt wird. Sie singen in der Vegetation von mindestens 30 Zentimeter hohen Singwarten und auch von Bäumen und Sträuchern aus. Das Revier wird aggressiv gegen andere Männchen verteidigt, bei diesen Kämpfen können die Kontrahenten auch schwere Verletzungen davontragen.

 

Die Weibchen legen 200 bis 600 ihrer Eier einzeln oder in kleinen Gruppen in den Boden, bevorzugt in Grünland ab. Diese sind etwa 5,3 mal 1,5 Millimeter groß und dunkelbraun gefärbt. Die Embryonalentwicklung im Ei dauert zwischen 1,5 und maximal fünf Jahren, weswegen es besonders wichtig ist, dass der Boden um die Eier in den darauffolgenden Sommern nicht zu stark austrocknet. Die Eier des Grünen Heupferds sind diesbezüglich weniger empfindlich als die von Tettigonia cantans. Die Larven durchleben sieben Stadien bis zur Häutung zum adulten Tier. Sie schlüpfen etwa ab Ende April bis Anfang Mai. Mitte Juli findet man die Tiere des siebten Larvenstadiums, die adulten treten von da an bis Ende Oktober/Anfang November auf.

 

 

 

Gefährdung und Schutz

Das Grüne Heupferd ist in Mitteleuropa weit verbreitet und hier die häufigste Art der Gattung und gilt daher als nicht gefährdet.

 

 

 

Bildergalerie

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Literatur (Wikipedia-Empfehlungen)

Der Kosmos Heuschreckenführer: Die Arten Mitteleuropas sicher bestimmen

Name: Der Kosmos Heuschreckenführer: Die Arten Mitteleuropas sicher bestimmen

 

Autor: Heiko Bellmann

 

Gebundene Ausgabe: 350 Seiten

 

Verlag: Kosmos (Franckh-Kosmos); Auflage: 1., Aufl. (Februar 2006)

 

Sprache: Deutsch

 

ISBN-10: 3440104478 / ISBN-13: 978-3440104477

 

Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 11,2 x 2,6 cm

 

Preis neu: ab EUR 24,90

 

Preis gebraucht: ab EUR 20,84

 

 

 

Kurzbeschreibung: Maulwurfsgrille, Heupferd, Warzenbeißer, Feldgrille und Grashüpfer - Heuschrecken gehören zu den häufigsten, auffälligsten und variationsreichsten Insekten unserer Heimat. Dieser Naturführer enthält alle Arten in Mitteleuropa und zusätzliche Arten des nördlichen Mittelmeerraumes zwischen Istrien und den Pyrenäen.

 

Umschlagtext: Dieser ehemalige Titel aus dem Naturbuch-Verlag war eines der wichtigsten Bestimmungsbücher für Biologen, Studenten und Kartierer. Es war das erste und einzige Heuschreckenbuch, das die Bestimmung der vielen Arten im Gelände überhaupt möglich gemacht hatte und wurde in einige Sprachen übersetzt Seit die Naturbuchreihe nicht mehr erhältlich ist, fehlt so ein Buch im deutschsprachigen Raum, da die Heuschrecken immer noch zu einer der wichtigsten und auffälligsten Tiergruppen bei den Kartierern und Planern gehören, da sie großes Aussagekraft über die biologische Qualität eines Biotops bzw. einer Landschaft haben. Beschrieben werden 225 Heuschreckenarten: alle Mitteleuropas (160) und viele südliche Arten

 

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Die Heuschrecken Baden-Württembergs

Name: Die Heuschrecken Baden-Württembergs

 

Autor: Peter Detzel

 

Gebundene Ausgabe: 580 Seiten

 

Verlag: Eugen Ulmer GmbH & Co, Stuttgart (1. Dezember 1998)

 

Sprache: Deutsch

 

ISBN-10: 3800135078 / ISBN-13: 978-3800135073

 

Größe und/oder Gewicht: 24,6 x 18,2 x 3,7 cm

 

Preis neu: Artikel nicht vorhanden

 

Preis gebraucht: Artikel nicht vorhanden

 

Kurzbeschreibung: Dies ist das umfassende Standardwerk über heimische Heuschrecken (Grillen, Langfühlerschrecken, Kurzfühlerschrecken) und die Gottesanbeterin. Es werden 70 Arten mit Farbfotos, Verbreitungskarten und ausführlicher Beschreibung ihrer Ökologie und Biologie sowie ihrer Gefährdung und der notwendigen Schutzmassnahmen vorgestellt. Im allgemeinen Buchteil finden sich die Nomenklatur, Zoogeographie, Biologie, Ökologie und die Lebensräume. Im speziellen Buchteil werden alle Heuschreckenarten Baden-Württembergs beschrieben.

 

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Quellenangabe Grünes Heupferd. Zum Vergrößern bitte Strg. drücken und gleichzeitig das mittlere Mausrad nach oben bzw. nach unten drehen

Quelle Text Grünes Heupferd: Wikipedia Deutschland. Originaltext: siehe hier

  

Quelle Foto Grünes Heupferd (Tettigonia viridissima), Weibchen: Wikipedia Deutschland. Originalfoto: siehe hier.  Beschreibung Deutsch: Heupferd, Tettigonia viridissima, Schlangenbad, Hessen, Germany.  Ort: Schlangenbad, Germany. Datum: 2005. Kamera Model: Keine Angabe.  Urheber: Fritz Geller-GrimmLizenzen: CC-BY-SA-2.5 | Self-published work.

 

Quelle Foto Einfarbig gelbes Männchen: Wikipedia Deutschland. Originalfoto: siehe hierBeschreibung Deutsch: Männliches Grünes Heupferd (Tettigonia viridissima) auf einer Filz-Klette (Arctium tomentosum) an einem Feldweg in Deutschland. Beschreibung English: Male Great Green Bush Cricket (Tettigonia viridissima) sitting on a Downy Burdock (Arctium tomentosum) next to a country lane in Germany. Ort: Deutschland. Datum: 31.07.2008. Kamera Model: Canon EOS 400D DIGITAL. Urheber: ReganiLizenzen: License migration redundant | GFDL | CC-BY-3.0 | Self-published work.

 

Quelle Foto Grünes Heupferd (Tettigonia viridissima) in Bensheim (Hessen): Wikipedia Deutschland. Originalfoto: siehe hierBeschreibung Deutsch: Grünes Heupferd (Tettigonia viridissima) in Bensheim (Hessen). Beschreibung English: Tettigonia viridissima in Bensheim (Hessen, Germany). Ort: Bensheim, Deutschland. Datum: 30.06.2007. Kamera Model: Canon EOS 20D. Urheber: Armin Kübelbeck aka Kuebihttp://galerie.best4sports.dehttp://galerie.hbz-da.deLizenzen: Dieses Bild ist nicht gemeinfrei. License migration redundant | GFDL | CC-BY-SA-3.0-migrated | CC-BY-SA-2.5,2.0,1.0 | Self-published work.

 

Quelle Foto Portrait eines Grünen Heupferds: Wikipedia Deutschland. Originalfoto: siehe hier.  Beschreibung Deutsch:  Grünes Heupferd (Tettigonia viridissima Linnaeus, 1758) - Portrait. Beschreibung English: Great Green Bush Cricket (Tettigonia viridissima Linnaeus, 1758) – portrait. Beschreibung Français : Grande sauterelle verte (Tettigonia viridissima Linnaeus, 1758) - portrait. Ort: Keine Angabe. Datum: 01.08.2010. Kamera Model: SONY DSLR-A850. Urheber: Didier DescouensLizenzen: CC-BY-SA-3.0 | Self-published work | Retouched pictures | Quality images | Featured pictures on Wikimedia Commons | Quality images by Archaeodontosaurus | Featured pictures by User:Archaeodontosaurus | Images with annotations | Images with 10+ annotations.

 

Quelle Foto Ein junges Grünes Heupferd: Wikipedia Deutschland. Originalfoto: siehe hierOriginalbeschreibung: Tettigonia viridissima. Ort: Keine Angabe. Datum: 14.05.2005. Kamera Model: Konica Minolta Camera, Inc. Urheber: adrian.benkoLizenzen: CC-BY-SA-3.0-migrated | License migration completed | GFDL.

 

Quelle Foto Unterseite eines Weibchen: Wikipedia Deutschland. Originalfoto: siehe hier.  Originalbeschreibung: Tettigonia viridissima. Beschreibung Deutsch: Das Grüne Heupferd (Tettigonia viridissima), auch Großes Heupferd oder Großes Grünes Heupferd genannt, ist eine der größten in Mitteleuropa vorkommenden Langfühlerschrecken aus der Familie der Laubheuschrecken (Tettigoniidae). Gesehen im Vorsäss, Maisäss Schönenbach bei Bizau im Bregenzerwald. Beschreibung English: Tettigonia viridissima, the Great Green Bush-Cricket, is a species of 'katydids crickets' belonging to the family Tettigoniidae subfamily Tettigoniinae. Ort: Bizau im Bregenzerwald, Österreich. Datum: 20.06.2011. Kamera Model: NIKON D300S. Kameraposition: 47° 22' 23.87" N, 10° 1' 31.54" O. Urheber: böhringer friedrichLizenzen: CC-BY-SA-2.5 | Self-published work | Featured pictures on Wikimedia Commons | Photos by Böhringer | Media with locations | User:Böhringer - Quality images Gallery | Featured pictures by Böhringer Friedrich | Taken with Nikon D300s | Quality images.

 

Quelle Foto Grünes Heupferd vor weißem Hintergrund: Wikipedia Deutschland. Originalfoto: siehe hierBeschreibung Deutsch:  Grünes Heupferd (Tettigonia viridissima). Das grasgrüne Insekt wurde in Wien / Österreich / Europäische Union aufgenommen. Ort: Wien, Österreich.  Datum: 13.07.2010.  Kamera Model: Canon PowerShot G11. Kameraposition: 48° 10' 47.4" N, 16° 17' 21.47" O. Urheber: JoadlLizenzen: Media with locations | License migration redundant | GFDL | CC-BY-SA-3.0,2.5,2.0,1.0 | Self-published work | Files by User:Joadl | Taken with Canon PowerShot G11.

 

Quelle Video Grünes Heupferd: YouTube. Originalvideo: siehe hier.  Beschreibung Deutsch: http://www.dragomae.com Test Video Panasonic FZ45 Tele Zoom Test Heuschrecke - Heupferd beim Zirpen. Ort: Keine Angabe. Datum: 10.07.2011. Kamera Model: Panasonic FZ45 Tele Zoom. Kategorie: Tiere. Tags: Heuschrecke, Heupferd, Test, Video, Panasonic, FZ45, Zoom, Tele, HD, 720p. Urheber: lobocrowLizenzen: Standard-YouTube-Lizenz.

 

 


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