Maikäfer

Feldmaikäfer (Melolontha melolontha), ♂ beim Abflug
Feldmaikäfer (Melolontha melolontha), ♂ beim Abflug

Die Maikäfer (Melolontha) sind eine Gattung von Käfern innerhalb der Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae). Der am weitesten verbreitete Maikäfer Mitteleuropas ist der Feldmaikäfer (Melolontha melolontha). Im nördlichen und östlichen Europa sowie in einigen Regionen Deutschlands kommt der Waldmaikäfer (Melolontha hippocastani) auf sandigen Böden vor. Eine dritte, dem Feldmaikäfer sehr ähnliche Art, ist Melolontha pectoralis. Er ist sehr selten geworden und nur noch vereinzelt in Mitteleuropa anzutreffen. Es gibt nur noch hin und wieder Meldungen aus Südwestdeutschland.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Systematik

Merkmale

Die Maikäfer gehören zur Familie der Blatthornkäfer, deren Name sich von den typischen fächerartigen Fühlern ableitet. Die Fühler sind bei den Weibchen viel schwächer ausgeprägt als bei den männlichen Tieren. So finden sich bei den Männchen sieben Fühlerplättchen, die etwa 50.000 Geruchsnerven haben, bei den Weibchen hingegen weist der sechslappige Fühlerfächer ungefähr 9.000 dieser Nerven auf.

 

Die drei in Mitteleuropa vorkommenden Arten lassen sich am besten an ihrer Hinterleibsspitze (Telson) unterscheiden: Diese ist bei Melolontha hippocastani in beiden Geschlechtern schmal und in einen knotigen Fortsatz endend, der beim Weibchen manchmal fehlt. Bei Melolontha melolontha ist die Hinterleibsspitze in beiden Geschlechtern in einen lanzettartigen Fortsatz ohne Knoten verlängert und nur fein behaart, während sie bei Melolontha pectoralis in beiden Geschlechtern doppelt behaart ist und beim Männchen wenig und schmal verlängert, beim Weibchen dagegen abgestutzt bleibt.

 

 

 

Video Maikäfer

 

 

 

Fühler

Lebensweise

Nach Beendigung der Metamorphose gräbt sich der Maikäfer, seinem Namen entsprechend, in den Monaten April und Mai aus dem Erdboden, fliegt hauptsächlich im Mai und Juni und ernährt sich überwiegend von den Blättern von Laubbäumen. Bei der Eiablage werden 10 bis 100 Eier in eher feuchte Humusböden eingebracht. Die Käfer haben nur eine Lebensdauer von 4 bis 7 Wochen. Das Männchen stirbt nach der Begattung, das Weibchen nach der Eiablage. Nach vier bis sechs Wochen schlüpfen die Engerlinge.

 

Maikäfer haben eine Zykluszeit von drei bis fünf, meist vier Jahren. Das heißt, die frischgeschlüpften Engerlinge benötigen vier Jahre, bis sie eine vollständige Metamorphose zum geschlechtsreifen Tier durchgemacht haben. Diese Zyklen sind regional synchronisiert. Bei einem vierjährigen Zyklus etwa folgt auf drei Jahre mit niedrigem Aufkommen ein Jahr mit deutlich mehr Käfern. Diesem Zyklus ist ein über 30- bis 45-jähriger Rhythmus überlagert. Die Gründe hierfür sind nicht im Detail bekannt. Es wird jedoch vermutet, dass Krankheiten und Parasiten, die speziell Maikäfer befallen, sich in zusammenhängenden Beständen ungehindert epidemisch ausbreiten können. Erst wenn der Befall die Käfer stark dezimiert hat, haben die verbleibenden Käfer eine höhere Chance, gesund zu bleiben. Auf diese Weise entstehen die längeren Zyklen, an deren Ende eine der berüchtigten Maikäferplagen steht. Bei einer Maikäferplage im Jahre 1911 wurden auf einer Fläche von etwa 1800 Hektar rund 22 Millionen Käfer gesammelt.

 

 

 

Maikäfer und Mensch

Das Märchen Peterchens Mondfahrt erzählt von einem Maikäfer, der mit zwei Menschenkindern eine abenteuerliche Reise besteht.

 

Reinhard Mey beschreibt in dem bekannten Lied 'Es gibt keine Maikäfer mehr' (Album: Wie vor Jahr und Tag, 1974) die Folgen der massiven Bekämpfung der Maikäfer mit dem inzwischen verbotenen Insektizid DDT zwischen Anfang der 1950er Jahre und etwa 1972. Allerdings ist auch in Gebieten, in denen der Maikäfer nicht aktiv bekämpft wurde, seine Population stark zurückgegangen. In den letzten Jahren werden wieder aus Teilen Mitteleuropas größere Bestände gemeldet. Zur Bekämpfung von Maikäfern wurden im Mai 2010 in der südhessischen Kommune Pfungstadt trotz massiver Proteste von Naturschutzverbänden erstmals seit 55 Jahren in Hessen wieder mehrere Hundert Hektar Wald mit einem Insektizid gegen Maikäfer behandelt.

 

Noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Maikäfer nicht nur als Hühnerfutter genutzt, sondern fanden auch in der Küche Verwendung. In Frankreich und Teilen Deutschlands wurden sie geröstet und zu Maikäfersuppe verarbeitet. In Konditoreien waren sie verzuckert oder kandiert als Nachtisch zu haben.

 

 

 

Einzelnachweise

Frankfurter Rundschau vom 3. Mai 2010: Maikäfer stirb. Online, abgerufen am 25. August 2010.

 

 

 

Bildergalerie

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Das deutsche Volkslied 'Maikäfer flieg'

Maikäfer flieg ist ein bekanntes deutschsprachiges Volkslied. Die heute bekannte Melodie des Liedes wurde von Johann Friedrich Reichardt 1781 komponiert und entspricht der des Wiegenliedes Schlaf, Kindlein, schlaf. Der Text wird im ersten Band der Liedersammlung Des Knaben Wunderhorn, die 1806/08 von Achim von Arnim und Clemens Brentano erstellt wurde, als Maykäfer-Lied aufgeführt.

 

  • Im damaligen Niedersachsen lautete der Text laut der Volks-Sagen von Otmar (1800):

 

Maikäfer flieg!
Der Vater ist im Krieg,
Die Mutter ist im Pommerland,
Und Pommerland ist abgebrannt.
Maikäfer flieg!

 

 

  • Im damaligen Hessen lautete der Text laut Des Knaben Wunderhorn (1808):

 

Maikäfer flieg,
Der Vater ist im Krieg,
Die Mutter ist im Pulverland,
Und Pulverland ist abgebrannt.

 

 

  • In Thüringen existierte eine Variante, die allerdings eine andere Melodie hatte:

 

Marienkäfer fliege
dein Vater ist im Kriege
deine Mutter ist in Engelland
Engelland ist abgebrannt.

 

 

  • Aus der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs ist eine Variante mit derselben Melodie bekannt:

 

Bet’ Kindlein bet’,
morgen kommt der Schwed’
morgen kommt der Oxenstjern’
der wird dem Kindlein ’s Beten lehr’n
bet’ Kindlein bet’.

 

(Oxenstjerna war der Schwedische Kanzler zur Zeit Gustav Adolphs, welcher hier als „der Schwed´“ bezeichnet wird.)

 

 

  • Aus der Zeit nach der Revolution von 1848/49 sind mehrere Varianten des Liedes überliefert, die eine Verbindung mit dem Revolutionsführer Friedrich Hecker herstellen.

 

Der Maiakäfer fliegt,
Der Häcker ist em Kriag,
Der Häcker ist em Oberland,
Der Häcker ist em Unterland.

 

Warmbronn, OA Leonberg, Württemberg

 

 

Kåəferlə, Kåəferlə fliag!
Dər Heckər išt im Kriag,
Dər Struve išt im Obərland.
Und macht d’Republik bəkannt.

 

Ulm

 

 

Maikäfer flieg!
Der Hecker ist im Krieg,
Der Struve ist im Oberland,
Macht die Republik bekannt.

Forst, Bayr. Pfalz

 

 

 

Literatur (Wikipedia-Empfehlungen)

Die Forstschädlinge Europas. Ein Handbuch in 5 Bänden. Band 2: Käfer

Name: Die Forstschädlinge Europas. Ein Handbuch in 5 Bänden. Band 2: Käfer

 

Herausgeber: Wolfgang Schwenke

 

Gebundene Ausgabe: keine Angabe

 

Verlag: Blackwell Wissenschaft, Berlin (Februar 1988)

 

Sprache: Deutsch

 

ISBN-10: 3490110161 / ISBN-13: 978-3490110169

 

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Waldkrankheiten

Name: Waldkrankheiten

 

Autor: Fritz Schwerdtfeger

 

Gebundene Ausgabe: 468 Seiten

 

Verlag: Parey (1981)

 

Sprache: Deutsch

 

ISBN-10: 3490091167 / ISBN-13: 978-3490091161

 

Größe und/oder Gewicht: keine Angabe

 

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Quellenangabe Maikäfer. Zum Vergrößern bitte Strg. drücken und gleichzeitig das mittlere Mausrad nach oben bzw. nach unten drehen

Quelle Text Maikäfer: Wikipedia Deutschland. Originaltext: siehe hier 

  

Quelle Foto Feldmaikäfer (Melolontha melolontha), ♂ beim Abflug: Wikipedia Deutschland. Originalfoto: siehe hierBeschreibung Deutsch: Feldmaikäfer (Melolontha melolontha) beim Abflug. Ort: Keine Angabe. Datum: 30.04.2004. Kamera Model: Keine Angabe. Urheber: Mario Sarto (Masa). Lizenzen: CC-BY-SA-3.0-migrated | License migration completed | GFDL.

 

Quelle Foto Fühler: Wikipedia Deutschland. Originalfoto: siehe hierBeschreibung Deutsch: Vergleich zur Bestimmung mitteleuropäischer Melolontha-Arten, Coll. Geller-Grimm im Museum Wiesbaden, Deutschland. Ort: Museum Wiesbaden, Deutschland. Datum: 29.09.2009. Kamera Model: Keine Angabe. Urheber: Fritz Geller-GrimmLizenzen: CC-BY-SA-3.0 | Self-published work.

 

Quelle Foto Maikäfer Model (editiert): Wikipedia Deutschland. Originalfoto: siehe hierBeschreibung Deutsch: Maikäfer, Modell. Beschreibung English: Cockchafer, model. Ort: Keine Angabe. Datum: 09.05.2010. Kamera Model: Keine Angabe. Urheber: DellexLizenzen: Retouched pictures | CC-BY-SA-3.0 | License migration redundant | GFDL | Self-published work.

 

Quelle Foto Maikäfer beim Start: Wikipedia Deutschland. Originalfoto: siehe hierBeschreibung Deutsch: Maikäfer (beim Start). Ort: Keine Angabe. Datum: 26.04.2011. Kamera Model: Keine Angabe. Urheber: Enrico MeviusLizenzen: Files by User:Enrico-srb | License migration redundant | GFDL | CC-BY-3.0 | Self-published work.

 

Quelle Foto Weibchen des Feldmaikäfers (Melolontha melolontha): Wikipedia Deutschland. Originalfoto: siehe hierBeschreibung Deutsch: Feldmaikäfer (Melolontha melolontha) / Weibchen. Ort: Keine Angabe. Datum: 08.05.2005. Kamera Model: Keine Angabe. Urheber: DarkoneLizenzen: CC-BY-SA-2.5.

 

Quelle Foto Larve (Engerling) des Maikäfers: Wikipedia Deutschland. Originalfoto: siehe hierBeschreibung Deutsch: Engerling, Larve des Maikäfers. Ort: Keine Angabe. Datum: 15.06.2009. Kamera Model: Canon EOS 1000D. Urheber: Joachim K. LöckenerLizenzen: License migration redundant | GFDL | CC-BY-3.0 | Self-published work.

 

Quelle Video Maikäfer: YouTube. Originalvideo: siehe hierClipname: Auf der Suche nach Maikäfer. Beschreibung Deutsch: Für die einen sind Maikäfer eine ganz lästige Plage, für andere eine wunderschöne Kindheitserinnerung. Tatjana Geßler zeigt ihnen im Hardwald in Karlsruhe, was für faszinirende Käfer das sind. Kategorie: Unterhaltung. Tags: Tatjanas Tiergeschichten, Maikäfer, Geßler, Tatjana. Ort: Hardwald in Karlsruhe, Deutschland. Datum: 01.06.2011. Kamera Model: Keine Angabe. Urheber: LandesschauLizenzen: Standard-YouTube-Lizenz.

 

 


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