Über uns

Wir haben uns im Januar 2001 in Hamburg-Rahlstedt in einer Wohneinrichtung von Jugendwohnen e.V. (Jetzt Pape2: http://www.pape2.de) kennengelernt. Einen Monat später waren wir zusammen und sind es auch heute noch. 

 

Januar 2003 bekamen wir eine kleine gemütliche 2-Zimmer-Wohnung. Das wurde damals auch Zeit, denn wir waren zwei Jahre ohne festen Wohnsitz und daher sehr erschöpft. Sibel hätte zwar bei ihren Eltern schlafen können, ich aber zu der Zeit noch nicht, da ihre Eltern mich noch nicht so gut kannten. Ich bekam einen Platz in einem Mehrbettzimmer; ein Achtbettzimmer um genau zu sein. Der Name "Pik-As" sagte mir damals überhaupt nichts, aber schnell hat sich der Name in meinem Kopf eingebrannt, denn das Pik-As ist Hamburgs zentrale Notunterkunft für obdachlose Männer. Man holt sich aus dem Sozialamt in der Kaiser-Wilhelm-Straße (ganz angenehm, da keine 50 Meter vom Wohnheim entfernt) oder der Bahnhofsmission einen sogenannten Übernachtungsschein. Diesen gibt man im Wohnheim ab. Daraufhin bekommt man Bettwäsche und wird dann in ein Zimmer mit freiem Bett geführt. Das erste, was mir ins Auge stach, nachdem ich im Foyer des Wohnheims angelangte, war ein Steckbrief auf dem das Gesicht eines ermordeten Gastes zu sehen war. Um Hilfe zur Ergreifung des Täters wurde gebeten. Ich frage mich bis heute, ob ich das Bett des Opfers bekommen habe, so nach dem Motto: Der Eine kommt, der Andere geht. Schnapsleichen, Schlägereien, überschwemmte Flure und Zimmerbrände sind dort an der Tagesordnung und man könnte vielleicht darüber schmunzeln, wäre nicht die Tatsache, dass die meisten der Bewohner, ohne Hilfe, dort nicht lebend rauskommen werden. 

 

Also haben wir damals bei einem Freund übernachtet (Leider haben wir am 01. Februar 2010 von der Mutter erfahren, dass er sich 2005 das Leben nahm). Sibel bekam ein kleines Zimmer in einem Frauenwohnheim. Dort durfte ich auch übernachten. Wir hatten zwar ein Dach über dem Kopf und darüber waren wir auch sehr dankbar, nur die Wohnungsbesichtigungen, um die wir uns bemühten, führten nicht zum Erfolg.

 

Das war wirklich eine harte Zeit für uns, aber wir hatten nie aufgegeben. Wir hielten an unserem Ziel fest, der kleinen gemütlichen Wohnung und zwei kleine Katzen. Damals schrieben wir uns sehr viel und ein weiterer Wunschtraum von uns war, dass wir uns gerne zwei Katzen holen wollten, sobald wir die Wohnung hätten. Dass wir in eine Notlage geraten sind, war im Nachhinein für uns positiv, denn hier wurde unsere Liebe zueinander auf eine sehr harte Probe gestellt. Diese gemeinsame Erfahrung hat uns fest zusammengeschweißt. 

 

 

 

 

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Gnadenhof Hamburg